Die RG in der Schweiz
"Vater" der Rhythmischen Gymnastik in der Schweiz ist der gebürtige Portugiese Fernando Dâmaso. Von 1975 bis 1988 war er als Nationaltrainer tätig. 1973 wurde eine Versuchsgruppe gegründet, die folgende Ziele verfolgte:
- - persönliche Ausbildung der Turnerinnen zu Trainerinnen zu Expertinnen
- - Propaganda für die Rhythmische Gymnastik durch Demonstrationen
- - Vertretung der Schweiz an internationalen Wettkämpfen bis zur Bildung einer richtigen Mannschaft
1975 fand der erste internationale Wettkampf (Österreich, Italien, Schweiz) in der Schweiz statt. Im gleichen Jahr startete die Schweiz zum erstenmal an internationalen Titelkämpfen. An den Weltmeisterschaften (WM) in Madrid war eine Schweizer Gruppe vertreten.
1976 wurde das erste Nationalkader gebildet.
1977 startete Susanne Zimmermann als erste Einzelturnerin der Schweiz an einem Titelkampf (WM in Basel). Die Gruppe belegte am gleichen Wettkampf den 10. Rang.
1978 bot sich für die Vereine die erste Wettkampfmöglichkeit am ersten nationalen Turnier in Birr. 13 Gruppen nahmen daran teil.
1981 fanden die ersten Schweizer Meisterschaften in Frenkendorf (BL) statt. In der Zeit von 1975 bis 1992 war die Schweiz mehr oder weniger regelmässig an internationalen Turnier, an Europa- und Weltmeisterschaften und 1984 an den Olympischen Spielen vertreten.
Aufgrund ungenügender Resultate an den Europa- und Weltmeisterschaften 1990 und 1991 entschied der Schweizerische Turnverband STV auf internationale Aktivitäten ab 1992 zu verzichten.
1992 wurde ein Konzept ausgearbeitet, das sich mit verschiedensten Massnahmen auf den Neuaufbau der RG in der Schweiz konzentrierte. Das Ziel war, eine breite Basis mit gutem technischen Niveau zu entwickeln, um darauf im Juniorinnen- und Seniorinnen-Bereich eine Nationalmannschaft aufzubauen.
Ein neues Klassifizierungsprogramm wird eingeführt, welches auf den Wertungsvorschriften basiert. Es haben über 1000 Gymnastinnen die für die nationalen Wettkämpfe geforderten Niveauprüfungen abgelegt.
1992 werden Regionalzentren in Bellinzona, Bex, Chur, Genf, Seeland und Zürich mit 40 Gymnastinnen betrieben.
Seit 1997 besteht wieder ein Nationalkader und ein Nachwuchskader. Die wertvollsten internationalen Resultate von Schweizerinnen der letzten Jahre erzielten die Gruppe 1999 an der WM in Osaka mit einem elften Platz, womit sie die Olympiaqualifikation für Sydney nur knapp verpasste, sowie Nadja Lutz im Jahre 2000 an der EM in Saragossa mit einem 30. Rang.
2001 Die Schweiz organisierte in Genf die EM (Gruppen Seniorinnen, Einzel Seniorinnen). Nadia Lutz nahm an den Gerätefinals teil. Die Gruppe klassierte im 8. Rang und als 6. im Finale der Keulenübung.
2002 Die Schweiz ist an der Einzel-EM in Granada letztmals durch Joanie Ecuyer vertreten. Der STV beschliesst fortan international nur noch mit den Gruppen präsent zu sein.
2003 Teilnahme an den EM in Riesa/De.mit je einer Gruppe Seniorinnen und Juniorinnen. Die Juniorinnen qualifizierten sich für das Finale der acht Besten.
2005 Teilnahme an den EM in Moskau (Juniorinnen) und den WM IN Baku/AZB (Seniorinnen).
2007 Teilnahme an der EM in Baku/Aze (Juniorinnen) und der WM in Patras/Gre (Seniorinnen).
2008 Teilnahme an den EM in Turin/Ita (Seniorinnen).
Aktuelle Situation
Es bestehen fünf Regionalzentren (RLZ) in Bern, Chur, Genf, Tenero und Zürich sowie ein Leistungszentrum in Magglingen. Rund 100 Gymnastinnen trainieren in den Zentren. Eine Gymnastin trainiert je nach Alter 11 bis 18 Stunden pro Woche, sowie ein/zwei Wochenenden pro Monat und in einem/zwei Trainingslager pro Jahr. Dazu kommen zentrale Tests und Wettkämpfe.
Zielsetzungen/Planung
Generell wird auf unterstem Niveau (Basis) weiter aufgebaut.
Qualifikation einer Gruppe für die Olympischen Spiele 2012 in London
1947 nahm die Entwicklung der RG ihren Anfang in der Sowjetunion. Ein erster Schauwettkampf fand statt. Drei Jahre später folgte Bulgarien. 1953 kam die Tschechoslowakei dazu. 1962 gingen von der FIG entscheidende Impulse aus für eine weltweite Entwicklung. 1963 wurde die erste Weltmeisterschaft in Budapest durchgeführt. Gruppenwettkämpfe gibt es seit 1967. Die ersten Europameisterschaften (EM) wurden 1978 in Madrid ausgetragen.
In Los Angeles stand 1984 die RG erstmals im Programm der Olympischen Spiele, wobei nur der Elite-Vierkampf ausgetragen wurde und die Oststaaten wegen des Boykotts nicht teilnahmen.
1987 erlebte Athen die ersten Juniorinnen-Europameisterschaften (JEM).
Die Oststaaten, allen voran die ehemalige UdSSR und Bulgarien, dominierten diese feminine Sportart während Jahren. Seit einiger Zeit gibt es aber auch andere Nationen, die in diesen Kreis einbrechen und an den Titelkämpfen Medaillen gewinnen können.
Die Rhythmische Gymnastik erlebte eine rasante Entwicklung. Das Leistungsvermögen der Gymnastinnen ist sehr stark gestiegen. Das hohe Niveau erfordert eine laufende Anpassung der Benotungsvorschriften. Trotzdem gab es in den vergangenen Jahren bei internationalen Titelkämpfen eine regelrechte Inflation der Höchstnoten. Mit neuen Bewertungssystemen wird angestrebt, die Leistungsdifferenz der verschiedenen Gymnastinnen klarer aufzuzeigen. Jeweils nach den Olympischen Spielen veröffentlicht die FIG einen neuen angepassten Code.
